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Hier bloggen wir Tag für Tag unsere Reisen mit. Bei reinen Strandurlaub-Entspannungsreisen gibt es einen Eintrag für den gesamten Urlaub, bei Rundreisen für jeden Tag einen! Taucht ein in die Welt der Raupenreisen! 

Frankreich - Pyrenäen 

Tag 1: 
Wir brechen auf. Ein Jahr Planung, jede Sehenswürdigkeit dokumentieren mit Preisen und Öffnungszeiten, alle Campingplätze auflisten und schließlich fahren wir los. Es regnet in Strömen als wir die Grenze zu Österreich und dann zu Italien passieren. In Sterzing halten wir, wie immer, zum Frühstück. Über diesen Ort muss ich unbedingt noch einen Beitrag schreiben.  Nach einem hervorragenden Pizzasnack im Café Häusler geht es weiter Richtung Gardasee. Wir bringen die Streckenteile die wir schon kennen schnell hinter uns, steuern den Camping E-Maieu im Piemont an, bauen auf, stehen allein. Die erste Nacht verbringen wir auf einer Waldlichtung, ganz alleine an einem rauschenden Bach. 

Tag 2:
Wir werfen das Zelt zusammen und fahren los Richtung Meer. Die erste Sehenswürdigkeit ist die Grotte di Borgio Verezzi. 1933 wurde sie von drei Kindern entdeckt, jedoch erst 1970 für Touristen geöffnet. Die Höhle umfasst 2 km, von denen man bei der Führung 800m besichtigt. 

Die verschiedenen Farben der Höhle entstehen durch die verschiedenen Mineralien. Weiß bedeutet purer Kalk, rot ist eisenhaltig, grau enthält Magnesium. Die Dünnen Stalaktiten, die von der Decke hängen, nennen sich Spaghetti und die längste Italiens mit 3m wächst in der Grotte di Borgio. 

Der Eintritt kostet 10€ pro Erwachsenem, die Führungen finden stündlich statt und dauern ca 40 Minuten. Hunde dürfen mit rein, solange sie in eine Tasche passen. Die Höhle hat Treppen und engere Gänge, ist also für Kinderwagen und Rollstuhl nicht geeignet. Der Guide hat extra für uns die Führung auf italienisch und deutsch gehalten. 

Wir fahren weiter Richtung französischer Grenze. Kurz vorher erreichen wir schließlich das letzte Ziel auf italienischem Boden: die Hanbury Gärten. Der botanische Garten zählt seit 2006 zu den UNESCO Welterbestätten. Auf 18 Hektar Grund finden sich hier Pflanzen aus aller Welt, mehrere Pavillons und das Morengo Anwesen. 

Da der Garten steil am Hang abfällt hat man von fast überall einen wunderbaren Blick auf das Meer. Das Anwesen ist für Besuch geschlossen, aber die Parkanlage mit den Seerosenbrunnen und Artefakten verschiedener Herkunft und Zeit kann man besichtigen. Eine Marmortafel erinnert an die Bombardierung und Zerstörung der gesamten Anlage im zweiten Weltkrieg

Für 10€ pro Person ist der botanische Garten zu besichtigen. Theoretisch wäre der Garten mit Rollstuhl oder Kinderwagen machbar, praktisch geht es so steil bergab bzw bergauf, dass es sehr beschwerlich ist hier irgendwas zu schieben. 
Hunde dürfen nicht mit rein, dafür gibt es am Eingang ein eigenes Areal mit Hundeboxen, das nur zugänglich ist, wenn man einen Hund dort hat. Jeder muss selbst wissen, wie sehr es den eigenen Hund belastet dort für die Dauer des Besuchs zu warten. 1-2 Stunden Aufenthalt sind dort kein Problem. 

Tag 3: 
Unser Weg heute führt uns über die Grand Corniche, eine der schönsten Panoramastraßen der Cote d'Azur. Immer wieder bieten sich traumhafte Blicke, die Straße ist breit, gut ausgebaut und auch gut erhalten. Wir verlassen die Panoramastraße kurz um les Jardins Exotique zu besichtigen, ein weiterer botanischer Garten, diesmal mit Fokus auf Kakteen. Nachdem aber in und um die Ortschaft kein Parkplatz mehr zu ergattern war geben wir auf und fahren wieder auf die Corniche. 
Wir haben einen Blick auf Monaco, auf Cap-de-ferrat und über das Meer bis die Straße in Nizza endet. An der Küstenlinie entlang fahren wir nach Antibes. 

In Antibes schlendern wir durch eines der Stadttore und bewundern die Altstadt. Wir sitzen in einem Cafe am Place Nationale, Lilly tanzt. Es ist angenehm warm und wir können uns hier auch einen längeren Urlaub vorstellen. Trotzdem bleiben wir nicht, wir genießen die Architektur der Altstadt und die Musik der Straßenmusikanten rundet den Flair der französischen Riviera ab. 

Nachdem uns Antibes länger gefesselt hat als geplant fahren wir durch nach Marseille. Wir nisten uns am Camping du Garlaban ein, stehen mitten im Pinien- und Steineichenwald. Der Abend klingt aus bei einem Cocktail am Pool. 

Tag 4:
Wir sind in Marseille, sehen uns die Stadt aber nicht an. Auf unseren Routen umgehen wir Großstädte meistens, da wir die als Kurztrip gerne besichtigen und uns auf Rundreisen nicht mit einem so einfach erreichbaren Ziel "aufhalten" wollen. Unser heutiges Ziel ist der Calanques Nationalpark, ein 520km² Naturschutzgebiet. Wir haben einen Schorcheltrip mit Bleu Evasion (Empfehlung an dieser Stelle) gebucht und werden nicht enttäuscht. 

Um 14 Uhr beginnt der Trip mit einem Motorboot, dass in unserem Fall drei Mitarbeiter und 10 Gäste auf das tiefblaue Meer hinaus bringt. Vorbei am Drehort des Grafen von Monte Christo in, azurblaue Buchten, wo die weißen Klippen ins Meer stürzen. Wir werden zum Schnorcheln ausgelassen und dürfen die Unterwasserwelt erkunden, tausende Fische umschwärmen uns und der Schnorchelausflug ist viel zu schnell vorbei.  Es geht weiter zu zwei kleinen Orten, welche weder Strom noch fließend Wasser haben und für Touristen nicht begehbar sind, außer man hat einen Tisch im ansässigen Restaurant gebucht.

Dann geht es weiter zum nächsten Highlight, der Blue cave, wo wir hinein schwimmen oder schnorcheln können und das azurblau leuchtende Wasser bewundern können. Weiter geht es zu steil ins Wasser fallen dann Felsen wo wir vom Boot springen können, zwischen den Felsen durchtauchen und dann wieder vom Boot aufgenommen werden. Bei einer kleinen Insel gehen wir noch einmal vor Anker, werden mit Wein und Snacks versorgt bevor wir ein letztes Mal schnorcheln gehen können. Nach 4,5 Stunden sind wir zurück am Hafen und lassen den Abend ausklingen auf dem, sehr sehenswerten, Riesenrad von Marseille, genießen die Aussicht und machen uns danach auf den Weg zurück zum Camp.

Tag 5:
Wir räumen das Auto ein und brechen auf Richtung Château de Tarascon. Auf der Karte haben wir gesehen, dass in Arles ein UNESCO Symbol vermerkt ist, also legen wir einen spontanen Zwischenstop ein und finden ein wunderschönes, verschlafenes Städtchen mit einem römischen Amphitheater in der Mitte, welches unter UNESCO Schutz steht. Wir beschließen das Château de Tarascon zu streichen und noch etwas Zeit hier zu verbringen. 

Schließlich geht es weiter zum Naherholungsgebiet Pont du Gard. Das Aquädukt stammt aus dem ersten Jh. n. Chr. und zählt zu den am besten erhaltenen Wasserbauwerken aus der Römerzeit. Am Gardon wimmelt es, Menschen schwimmen, spielen im Wasser, fahren Boot oder Picknicken. 
Wir genießen die Natur, gehen unter der Brücke durch, sind erstaunt über die intakte Natur. Die Vielfalt der Pflanzen und die Naturbelassenheit des gesamten Areals erinnert an Zeiten, als der Mensch noch nicht der Meinung war, Herr über die Natur zu sein. 

Tag 6:
Wir haben beschlossen, dass Lilly eine kleine Pause braucht, also haben wir einen Punkt des Programms ersetzt, sind länger am Platz geblieben und haben mit ihr noch im Mini Aquapark gespielt. Mittag brechen wir auf zum City Camping Carcassonne, da ein Platz hier rar ist. 
Nachdem wir uns den Platz gesichert haben, fahren wir weiter zur Abtei Saint-Hilaire. Die Benediktinerabtei ist bereits seit dem 9 Jh. an dieser Stelle belegbar, seit 1758 verlassen und zu verschiedenen Zwecken genutzt. 
Der Kreuzgang aus dem 14 Jh. führt um einen Springbrunnen und strahlt Ruhe und Harmonie aus. 

Wir lassen das Kloster hinter uns und folgen kleinen Straßen durch Wiesen auf einen Hügel. Die Aussicht ist phänomenal! 
Das letzte Event des Tages soll die Grotte de Limousis werden. In der Grotte sind Kratzspuren des Höhlenbären zu sehen und der sogenannte "Kronleuchter", ein Aragonitgebilde, das mit einer beeindruckenden Klavier-Licht-Installation präsentiert wird. 
Die Grotte ist leider bereits sehr weit zerstört, wer sie noch ansehen und ihre Schönheit erleben möchte, sollte das bald tun. 

Schließlich sind wir zurück am Campingplatz und genießen den Blick auf Carcassonne, dass angestrahlt auf einem Berg thront und über das Umland wacht. 

Tag 7:
Der Tag steht im Zeichen des Mittelalters. Wir nehmen uns ein Taxi vom City Camping zur Burg von Carcassonne und schlendern über die große Zugbrücke ins Innere der Anlage. Sofort fühlen wir uns an Minas Tirith erinnert. Die engen Gassen, die Menschen die sich hier tummeln, die Kathedrale und die Hauptburg lassen das Gefühl aufkommen, eine Zeitreise gemacht zu haben. 

Carcassonne ist bereits seit dem 6 Jh bewohnt und wurde im Mittelalter zu einer Festung ausgebaut. Die kleinen Läden und Cafés sehen aus der Zeit gefallen aus und an jeder Ecke duftet es anders. Das Cassoulet, ein französischer Eintopf soll hier seinen Ursprung haben und wird überall angeboten. Wir genießen einen warmen Snack am Fuße der mächtigen Kirchenmauern und machen uns, nach einem langen, wunderbaren Tag, zu Fuß auf die Heimreise zum Campingplatz. 

Tag 8:
Manchmal findet man Orte die wirken als wären sie nicht von dieser Welt. Einer dieser Orte ist das Labyrinthe Vert von Nébias. Man wandert kurz den Berg hinauf bevor man in einen Wald kommt. 
Je tiefer uns der schmale Trampelpfad in den Wald führt, desto mehr fühlen wir uns an die Bilder erinnert die die Gebrüder Grimm in ihren Märchen schaffen, von kleinen Zwergenhöhlen und verwunschenen Wäldern die nur denen wohlgesonnen sind, die reinen Herzens sind. Großes Karstgestein durchbricht überall die Erde und bildet ein Labyrinth in dem man leicht die Orientierung verliert. Wir schaffen es zum Glück wieder raus und machen uns auf den Weg zum nächsten Campingplatz. 

Nachdem wir uns den Platz gesichert haben buchen wir noch spontan eine Führung in der Höhle von Niaux und werden erstmal grob unfreundlich zurecht gewiesen, dass unser 3 jähriges Kind eigentlich nicht in die Höhle soll. Es würde sie eh nicht interessieren, sie muss 2 Stunden leise sein und viel laufen.
Nachdem diesem Mitarbeiter dann auch noch unser Begleiter nicht schnell genug auf dem Vorplatz lief und er diesen auch noch der Tour verweisen wollte, weil der das eh nicht schafft - zu alt - haben wir sämtliche Zurechtweisungen in den Wind geschlagen und die Führung angetreten. 
Ja, das Schritttempo war zügig und der Boden uneben. Die Höhle ist unbeleuchtet und man war mit Grubenlampen unterwegs, aber es sind nur 800m in die Höhle rein und die selbe Strecke zurück. Das stellte für keinen von uns ein Problem dar. 

Hinten in der Höhle findet sich der "schwarze Saal", wo man prähistorische Felszeichnungen bewundern kann. Diese Zeichnungen sind erstaunlich gut erhalten und zeigen in erster Linie Tiere. Fotos und Videos sind verboten, daher nur ein einziges Bild heute. 

Tag 9:
Es regnet. Alles ist nass. Weil wir aber flexibel sind, brechen wir die Zelt ab und fahren einen Tag früher nach Spanien. Wir durchqueren Andorra und essen unterwegs hervorragend, bewundern die Dörfer die sich an die Berghäbge schmiegen und haben einen kurzen Blick auf die Hauptstadt Andorra La Vella. An der spanischen Grenzkontrolle werden wir natürlich rausgewunken und ausgefragt, ob wir Alkohol oder Tabak mitführen, ob wir in Andorra etwas gekauft haben und ob wir sonst was zu verbergen hätten. 
Nachdem wir weiter durften beginnen wir unsere erste Offroadtour nach einem Buch der Pistenkuh und lassen uns fesseln von der unglaublichen Natur der Pyrenäen. 

Tag 10:
Es ist ein weiterer Offroad Tag. Wir fahren von Ger zum Refugi Malniu, essen hervorragend und fahren wieder runter nach Bellver. Die Ausblicke sind wieder ein Traum, Wolkenfetzen ziehen zum Teil sogar unter uns an den Berghäbge entlang. Der Ginster leuchtet selbst von weit weg strahlend gelb von den Berghängen und wir würden am liebsten hier bleiben. Es wird nicht die letzte Tour bleiben und wir genießen jede Sekunde auf dem Berg, in der Einsamkeit, an Orten zu stehen wo normal niemand, oder zumindest nur die wenigstens hinkommen. 

Tag 11:
Es regnet. Immer noch. Wir legen das Zelt zusammen und literweise Wasser werden mit eingepackt. Durch enge Bergstraßen geht es nach oben bis wir durch die Wolken fahren. Die Landschaft erinnert uns an den Norden Thailands, die Berge sind bis zum Gipfel bewaldet. 
Schließlich erreichen wir Beget, ein ehemaliges Schmugglerdorf mit inzwischen nur noch ca 20 Einwohnern, dass im Sommer und am Wochenende ein beliebter Touristenort ist. 
Wir sind fast alleine, genießen das romantische Örtchen und Lilly "rettet" Schnecken. 
Der Regen hört nicht auf und die Idee der Regenwetter-Retter entsteht. 

Wir fahren weiter nach Besalu, einem der schönsten mittelalterlichen Orte der Pyrenäen und schlendern über die Brücke, durch das Tor mit dem Fallgatter in den Ort rein. Wir sind umgeben von unendlich vielen Touristen und schleichen uns in einsame Gässchen um dem Tumult zu entgehen. Der Uferweg lässt uns knapp oberhalb des Flusses wunderbare Blicke auf die Schildkröten im El Fluvia zu. Wer Besalu sehen möchte, macht es bald. Der Tourismus übernimmt die Oberhand. 

Tag 12:
Wir fahren nach El Port de la Selva, aber nicht auf dem direkten Weg. Natürlich hat uns die Pistenkuh wiedermal verführt und so fahren wir ab La Jonquera eine wunderschöne Offroadtour durch kleine Dörfer, zum Castell Requesens und durch einen Naturpark. Im Naturpark machen wir eine kurze Wanderung zu Dolmen, steinzeitliche Grabstätten, die auf dem Berg in traumhafter Aussicht liegen. 

Nach längerer Fahrt finden wir noch einen Lost Place. Mas Guanter, einen verfallenen Hof mitten in den Pyrenäen. Wir steigen den schmalen, zugewachsenen Pfad hinauf uns klettern in die Ruine. Das Haus war im ersten Stock innen blau gestrichen, eine Waschnische aus Keramik ist noch erkennbar. Gerne wüssten wir die Geschichte zu dem Ort, doch leider können wir nichts finden. 

Nach der engen Ortsdurchfahrt durch Espolla kommen wir wieder auf befestigte Straßen und sind schon bald in El Port de la Selva wo wir die nächsten 2 Tage verbringen werden. Eine kleine Pause, der Blog geht weiter an Tag 14.

Tag 13 & 14:

Nach einem Tag Pause und Entspannung haben wir uns für Tag 14 einen Tauchgang am Cap de Creus ausgesucht. Aufgrund technischer Schwierigkeiten und meiner Übervorsicht geht nur Fritz auf 16m runter und kann Tintenfische, Muränen, unendlich viele Fische und eine wunderbare Unterwasserlandschaft fotografieren. 
Schließlich lassen wir den Abend mit Grill am Strand ausklingen und bereiten uns für die letzte Woche wunderschönen Urlaubsstress vor. 

Tag 15:
Wir entscheiden uns für die Küstenstraße von El Port de la Selva Richtung Perpignan. Immer wieder haben wir atemberaubende Ausblicke und kommen aus dem Fotografieren gar nicht mehr heraus. Unser Ziel ist die Gorge de la Fou, eine der engsten Schluchten der Welt und etwas abgelegen am Ende einer Serpentinenstraße. An der Hauptstraße fahren wir an einem verblichen Schild vorbei: "Gorge de la Fou - ferme" also geschlossen... 

Wir lesen nach und finden einen alten Zeitungsartikel. Seit 2018 ist die Schlucht nach einem Erdrutsch geschlossen, der Wiederaufbau der Stege ist bisher nicht gemacht worden. Wir sind enttäuscht aber folgen den Serpentinen, aufgrund unseres Pistenkuhbuches, bis die Teerstraße einem schmalen Schotterweg weicht. Wir kommen vorbei an einer alten Eisen eine, es reizt uns in die offenen alten Schächte zu schleichen und die verfallenen Arbeiterunterkünfte zu untersuchen. Da wir aber nicht alleine reisen lassen wir das und halten Kurs auf den Tour de la Batere, der hoch auf dem Berg kamm thront. 
Die Ruine bietet eine Aussicht bis zum Meer und wir verweilen kurz. 
Schließlich verlassen wir die zugigen, kalten Höhen der Pyrenäen und schlagen unsere Zelt auf bei Villefranche-de-Conflent, unserem Ziel für den nächsten Tag. 

Tag 16:

Es war eine kalte Nacht und so brechen wir früh auf nach Villefranche-de-Conflent. Eine weitere wunderschöne, mittelalterliche Stadt umgeben von einer Stadtmauer. Es ist Flohmarkt und so ist Villefranche brechend voll. Die alten Mauern erzählen Geschichten und wir verabschieden uns nach knapp zwei Stunden wieder in eine weitere nahegelegene Attraktion. Die Grotte des Canalettes. 

Die Höhle ist für Kinder wunderbar aufbereitet. Der Höhlenbär Eddy begleitet den Gang durch die Höhle, alle Stege sind gut gesichert und in einem Saal bietet sich uns ein musikalisches Spektakel bei dem die Höhle aus unterschiedlichen Winkeln und ins verschiedenen Farben beleuchtet wird.
Schließlich besuchen wir noch die Dinosaurier, die auf einem Dinopfad aufgestellt sind und jedes Kinderherz höher schlagen lassen. Lilly ist happy, es geht weiter. 

Nach etwas Waypoint - Schieberei ändern wir die Route etwas und fahren direkt nach Castelnou. Das Örtchen erinnert an Villefranche-de-Conflent nur noch ursprünglicher. Kein Haus ist höher als bis zum ersten Stock, alles Naturstein und sehr eingewachsen mit Wein und Blumen. Der Ort ist ein Künstlerhotspot, an jeder Ecke finden sich Gemälde, Fotografien oder Skulpturen. Wir wandern jeden Weg innerhalb der Stadtmauern ab und kommen aus dem Fotografieren gar nicht mehr heraus. 
Die Nacht verbringen wir in Maury bevor morgen der letzte reine Sightseeingtag beginnt. 

Tag 17:
Wir brechen auf zum Château de Quéribus, der letzten Katharerburg hoch oben auf einem Berg. Nach einem relativ langen Wanderweg steil den Berg hoch sind wir auf der Burg angekommen. Das Château ist gut erhalten, sogar ein Gewölbe ist noch vorhanden und die  steile Wendeltreppe führt bis auf den Turm rauf. Der Blick in die Landschaft scheint endlos und trotzdem müssen wir weiter. 

Nach dem Abstieg fahren wir ein kurzes Stück offroad, aber nur um einen Umweg der Teerstraße abzukürzen, zu einem Flusslauf mit Gumpen. Das Wasser ist glasklar und eiskalt, ich bin froh um meinen kurzen Neoprenanzug. Wir könnten hier den ganzen Tag bleiben! Noch kennt es fast keiner, im Moment wird das ganze Areal als Naturfreibad umgebaut. Solange es noch ein Geheimtipp ist, unbedingt anschauen. 

Wir fahren noch durch die Gorge de Galamus, die angeblich tiefste Schlucht der Welt. Eine Wanderung in die Schlucht ist möglich, lang und anstrengend aber sehenswert. Lilly zuliebe lassen wir das diesmal aus und fahren die schmale Straße am Fels entlang. Wir kommen nicht umhin und zu überlegen was wir machen, wenn uns ein Auto entgegen kommt, dass die 2m Maximalbreite ebenfalls ausfüllt. Zum Glück kommen wir mit kaum Gegenverkehr aus und können die Fahrt genießen. 

Tag 18:
Wer weit weg Urlaub macht, muss auch mal wieder nach Hause. Der Tag gehört der Autobahn, wir erreichen Grasse erst am Abend. 

Tag 19:
Wir fahren weiter, Grasse lässt uns nicht parken. Es ist Markt und alle Parkplätze die nicht höhenbeschränkt sind, sind voll oder unendlich weit weg vom Stadtzentrum. 
Schließlich erreichen wir Bussana Vecchia. Das alte Dorf wurde 1887 von einem Erdbeben weitgehend zerstört. Im Laufe der Zeit siedelten sich Künstler in den Ruinen an, bauten sich ein Wasser-und Abwassersystem auf und kämpfen lange gegen den Widerstand und die Räumungsbefehle der Regierung. 
Heute leben ca 75 Menschen in Bussana Vecchia. Überwiegend Ateliers, Restaurants und Bars sind in den Läden zu finden. Wir schleichen durch jede Gasse und essen hervorragend in einem kleinen Restaurant am Rande des Ortes. 

Tag 20:
Wir lassen den Urlaub ausklingen mit einem Tag am bzw im Wasser. Der Strand von Pietra Ligure ist eine Mischung aus Sandstrand und Kiesstrand, das Wasser ist erstaunlich warm. Trotz tropfenweise Regen genießen wir die Wärme. Am Abend gehen wir noch Seafood essen, das Ristorante la Rotonda ist sehr zu empfehlen. Um 21:00 Uhr spielt Italien gegen Spanien in der EM Gruppenphase, die Stimmung bebt. Ein schöner letzter Tag. 

Tag 21:
Wir fahren nach Hause... Der nächste Urlaub ist in Planung. 

Bibione - Lido dei Pini

Es schlägt gerade zwölf als wir durch den Zwölferturm schlendern. Wie immer, wenn wir nach Italien fahren, ist hier unser Frühstücksstop. Die historische Altstadt von Sterzing weckt sofort Heimatgefühle. Jeden Winkel haben wir hier schon erkundet und so frühstücken wir hier nur und lassen das Südtiroler Kleinod für heute hinter uns. Wir fahren so wenig wie möglich Autobahn, wie immer. Wir wollen Landschaft und Dörfer sehen. Wir fahren durch das Pustertal, wo die Natur vielerorts noch urromantisch ist, die Häuser in den kleinen Ortschaften alt und mit Liebe gestaltet.
Wir halten am Dürrensee, dessen Farbe heute fast eisblau ist. Je nach Wetterlage und Schmelzwassermenge bewegt er sich farblich zwischen Smaragdgrün und Türkisblau und ist von der Temperatur her ein Abenteuer zum baden. Es ist nicht gerade warm heute, also bleiben wir heute trocken und machen uns wieder auf den Weg durch die Dolomiten. Wir bewundern den wundervollen Ausblick auf die Berglandschaft von Cortina d’Ampezzo aus und schlängeln uns auf engen Bergstraßen wieder hinunter.
Unsere letzte Pause auf dem Weg wird am Lago di Santa Croce sein, ein Kaffee bei schönem Blick über den herrlich blauen See und der letzte Abschnitt der Fahrt kann in Angriff genommen werden. Am frühen Abend erreichen wir unser Ziel für die nächsten vier Tage: Bibione Lido dei Pini (Siehe Länder/Italien)

In einem kleinen Ferienhaus mit Garten können sich Maja und Lilly frei bewegen, wir räumen aus und natürlich geht es noch kurz an den Strand. Es ist Mai, das Wetter ist noch nicht so sommerlich wie man es mit Italien verbindet, die Adria noch erfrischend kalt. Lilly stört das nicht, der Strand ist leer, wir sind fast die einzigen die schon Sandburgen bauen. Die Saison wird bald beginnen, dann genießen hier wieder unzählige Touristen aus aller Welt den feinen Sand und den harzigen Geruch wärmer Pinien.
Wir lassen den Abend ausklingen im Ristorante Due Fratelli. Wir kennen einige Restaurants, aber unserer Erfahrung nach kann diesem kein anderes das Wasser reichen. Nach einem Rundumschlag durch die Fleisch, Fisch und Nudelkarte klingt der Abend bei Kerzenschein aus. Der Urlaub hat begonnen.

Die nächsten Tage verbringen wir am Spiaggia Pluto, am Hundestrand. Wir werden freundlich begrüßt, bekommen eine Leine, einen Napf und eine Hundeliege. Unser Platz ist in der ersten Reihe, am Schirmständer ist ein Metallring an dem man die Leine befestigen kann.
Die Hunde sollen an der Leine sein, die ganze Zeit, außer bei Wasseraktivitäten. Nach ein paar Runden apportieren wird Maja angebunden und schläft auf der Liege, wir spielen mit Lilly im Sand. Die anderen Hundebesitzer sind ausnahmslos nett und rücksichtsvoll, der Strand ist sauberer als überall sonst. Wir fühlen uns wohl. Der Tag klingt aus bei Grillen und Lagerfeuer, es ist absolut ruhig in der Nacht. Man hört nur Grillen und eine Zwergohreule rufen.
Es ist der Tag vor der Heimfahrt. Wie jeden Tag holen wir beim Supermarkt vor Ort alles für das Frühstück. Regenwolken hängen über Bibione, ein seltenes Ereignis, da der Golf von Venedig normal alle Wolken zurückdrängt. Wir machen mit der Familie einen Spaziergang zum Leuchtturm, majestätisch erhebt er sich vor dem Meer und wacht über die Küste. Die Hunde spielen miteinander im Sand, Lilly läuft barfuß durch die Brandung.
Da wir außerhalb der Saison sind, ist es herrlich leer, einiges hat noch geschlossen.

Fazit: Wer mit Kindern nach Bibione will muss abwägen: Ruhe, wenig Tourismus aber dafür vieles, wie der Luna Park, noch geschlossen – dann im Mai, September oder Oktober.
Alle Attraktionen geöffnet, relativ sicher schönes Wetter und Badetemperatur, dafür viele Touristen und am Abend auch mal laute Musik (je nach Lage der Unterkunft) – dann Juni, Juli, August
November bis April ist quasi alles geschlossen, das ist nur etwas für Menschen die die absolute Ruhe suchen.
Bibione ist für uns zu jeder Jahreszeit eine Reise wert. Hier ist für jeden gesorgt. Viel für Kinder, Infrastruktur für Hunde und selbst der Strand ist barrierefrei dank Rollstuhlmatten und Leihrollstuhl mir Ballonreifen für den Sand.

Fernweh geweckt? Schreib uns für deine persönliche Reise, egal ob 2 Tage oder 3 Wochen. 

Torri del Benaco - Gardasee

An einem Donnerstagabend kommen wir in unserem Hotel an. Der Besitzer erwartet uns bereits auf dem Parkplatz, begrüßt uns und nach einem unkomplizierten Check-In beziehen wir unser Zimmer. 
Da unser Hotel „nur“ ein Bed&Breakfast ist, machen wir uns noch auf den Weg in die Stadt und hatten ein hervorragendes Abendessen in der Pizzeria el Trincero (Tipp!)
Der Freitag beginnt mit einem frischen, abwechslungsreichen Frühstücksbuffet mit Sandwichmaker und Eierkocher, der Cappuccino wird uns frisch gemacht an den Tisch gebracht. Zu Fuß brechen wir danach auf in den Ortskern von Torri del Benaco und kommen an der Piazza Chiesa an den See. Der kleine Platz vor der Chiesa Santi Pietro e Paolo lädt zum Bleiben ein, aber uns treibt die Neugier. 
Die Kirche ist ein Traum in barock. Tritt man wieder hinaus, sieht man auf der linken Seite den verbleibenden Turm der Stadtmauer.
Wir halten uns vorläufig auf der Seepromenade, sehen den Restaurants zu wie sie sich auf die ersten Mittagsgäste vorbereiten und genießen den Blick über den See. Das Wetter im März ist typisch kühl und windig aber man spürt, dass es am Nachmittag trotzdem schon angenehm wird. Am Hafen öffnet sich ein imposanter Blick auf die Burg und wir überlegen hineinzugehen, aber da unsere Tochter krank ist, beschließen wir, lieber an der frischen Luft zu bleiben. Den Rückweg treten wir durch die verwinkelten Gassen der Altstadt an, nehmen ein paar Gewürze mit und wünschen uns, die alten Gemäuer könnten sprechen.
Nach einem erholsamen Mittagsschlaf für unsere kranke Lilly stürzen wir uns erneut in den Ort und können nun doch nicht widerstehen. Wir besuchen das Castello und staunen über die fantastischen Ausstellungen. 
Am Samstag wollen wir für Kind und Hund etwas Spaß und verbringen den Vormittag auf dem Spielplatz im kommunalen Park bzw im Hundeareal. Nach einem kurzen, kalten, nicht ganz absichtlichen Fußbad im Gardasee entspannen wir am Hafen bei einer Bruschetta und einem Aperol, bevor wir einen Blick in die Capella della Santissima Trinita werfen. 
Entspannt von unserem Kurzurlaub lassen wir den Tag nun noch bei einem letzten Abendessen im ersten Restaurant ausklingen, bevor es am nächsten morgen wieder nach Hause geht. 
Der Gardasee ist immer einen Besuch wert. Egal welchen Ort man wählt, der italienische Flair, das gute Essen, die freundlichen, entspannten Menschen, an diesem See findet man immer Ruhe, Entspannung und Urlaubsfeeling. 

Santi Pietro e Paolo
Castello Scaligero
Hafen Torri del Benaco
Castello Scaligero
Torri del Benaco
Lungolago Torri del Benaco